Rezension zu "Der Historiker" - Elizabeth Kostova

Der Historiker

von Elizabeth Kostova


Taschenbuch: 848 Seiten

Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch

Erstausgabe: 01.08.2005

Aktuelle Ausgabe: 06.10.2006

ISBN: 9783833303944

Genre: Geschichte, Abenteuer, Krimi

 

Erster Eindruck

Ganz besonders aufgefallen ist mir das Buch zum Einen wegen seinem wunderschönem Cover… Aber auch wegen seiner Länge. Nachdem ich es dann schließlich in der Hand hatte, den Klappentext durchlas, wusste ich, dass ich es lesen musste.

Das Buch ist eigentlich aus der Ich-Perspektive geschrieben, aber dennoch befasst sich der Hauptteil mit anderen Perspektiven und Stilmittel (was ich später näher erläutern werde).

 

Klappentext

Ein junges Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Das Geheimnis um den Vater und das Schicksal der Mutter verbinden sich zu einem Drama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem Urbild der Dracula-Legende. Eine atemberaubende Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der Grausamkeiten Draculas zutage treten, die sich bis heute fortsetzen.

(Quelle: Lovelybooks)

 

Eigene Meinung

Das Buch fängt an mit einem „Hinweis an den Leser“, der den außergewöhnlichen und einzigartigen Schreibstil gleich erahnen lässt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt schließlich die Geschichte des jungen Mädchens, welches eigentlich nur durch Zufall ein besonderes Buch findet und seinen Vater damit konfrontiert.

Damit beginnen dann die gesamte Suche und Recherche, die Zeitsprünge und die Briefe. Denn ganz besonders an dem Buch und dessen Aufbau ist, dass es sich nicht hauptsächlich um die Figur aus der Ich-Perspektive dreht, sondern um ihre Familie und deren Vergangenheit. Durch hauptsächlich Briefe wird einem das Leben aus verschiedenen Sichten geschildert.

Zugegeben, der erste Teil (denn das Buch ist in drei Teile geteilt), ist etwas Schlürfend geschrieben, die Handlung ist nicht allzu spannend, wodurch der Spannungsbogen auch schwer zu erkennen ist. Aber nachdem man diesen Teil durchliest, steigt die Spannung. Ich, als Leser, habe förmlich mitgefiebert, was eigentlich geschehen ist, habe philosophiert, wie das Auswirkungen auf die Gegenwart hat, aber auch der geschichtliche und volkstümliche Hintergrund hat mich vollends überzeugt.

Denn dieser Roman ist nicht nur eine fiktionale Geschichte. Nein, sie verwickelt wahre oder über Mundpropaganda weitergegebene Mythen und Fakten in einer Geschichte, die schließlich so viele historische Informationen enthält, dass ich mich wahrscheinlich so gut über das Thema Vlad Tepes auskenne (nachdem ich das Buch gelesen habe), als hätte ich mehrere Dokumentationen darüber angeschaut.

Allerdings ist auch zu erwähnen, dass die Charaktere wirklich perfekt entwickelt wurden und es dadurch auch nicht nur ein reines Sachbuch ist.

 

Zusammengefasst

Nachdem das junge Mädchen in der Bibliothek seines Vaters ein leeres Buch mit einer sonderbaren Illustration in der Mitte findet, überschlagen sich die Ereignisse der Vergangenheit, die nicht nur eine Generation anbelangt. Denn alles hat angefangen bei seinem Ursprung, bei dem Fürsten Vlad Tepes, Dracula oder auch dem eigentlichen Protagonisten Bram Stokers.

Die Autorin Elizabeth Kostova hat es geschafft, viele interessante und spannende geschichtliche Fakten in eine durchgeplante, völlig komplexe Geschichte einzubauen. Ebenso überzeugt hat mich auch ihr Schreibstil und der Aufbau des Buches. Denn mit verschiedenen Stilmitteln, hauptsächlich Briefen, hat sie eine solch tiefe Ebene und Atmosphäre erzeugt, welche den Leser komplett mitfühlen lässt.

Das Buch würde ich an all jene empfehlen, die sich geschichtlich interessieren, sowie von fiktionalen und komplexen Geschichten nicht abgeschreckt werden.

 

Dem Buch würde ich 5/5 Sterne geben.

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